Vakuum:Ohne Vakuumtechnik läßt sich in Kunststoff kaum ein wirklich leichter, stabiler Rumpf bauen. Nicht nur wird das Endergebnis solider, sie spart auch Gewicht, da überschüssiges Harz ausgepreßt wird. Vakuumtechnik ist teuer: zur Pumpe kommen noch Lochfolie, Vlies und Vakuumfolie als Kostenfaktoren pro Quadratmeter. Mit etwas Glück kann man eine Pumpe leihen; sie wird bestenfalls nur einige Tage benötigt. Auf das Laminat wird in der Reihenfolge Abreißgewebe, Lochfolie und Vlies aufbebracht. Die Lochfolie verhindert das Ankleben des Absaugvlieses ans Abreißgewebe. Das Absaugvlies verteilt den Druck parallel zur Laminatoberfläche. Ohne es würde sich nur der Schlauch ansaugen. Ich verwende spezielle Vakuumfolie, da sie dichter ist, als herkömmliche "Malerplane", obschon diese mit Erfolg benutzt wurde. Wichtig ist ein zügiges Arbeiten: die Matrix (Epoxyharz) muß noch so viskos sein, daß durch den Vakuumdruck genügend Harz ausgepreßt wird und das Laminat gut konsolidiert ist. Das bedeutet, daß beim Laminieren eines Rumpf zwei bis vier Helfer sehr willkommen sind, obschon ich einen Rumpf allein laminiert habe. Bewährt haben sich 5 Personen: einer kümmert sich nur um den Spiegel, einer ums Mastschott, einer ums Vordeck und die verbleibenden zwei konzentrieren sich auf die Flächen. Beim Laminieren der Frizzen wurde Rumpf- und Cockpitlaminat in einem Durchgang aufgebracht, was gute Verbindungen und weniger Gewicht bedeutet. Das heißt aber, daß die beiden Hohlräume (Vor- und Achterschiff) gegenüber dem Vakuum "entlüftet" werden, um den Rumpf nicht zu zerdrücken. Dazu klebe ich zwei dünne Röhrchen in Mastschott und Spiegel, und dichte, nachdem ich sie durch die Vakuumfolie geführt habe, gut ab. |
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Das Applizieren des Rumpfes in die Vakuumtüte ist difizil, weil das Laminat und die Vakuummaterialien nicht verschoben werden dürfen. Bewährt hat sich die Methode, den Rumpf auf der Seite in die an einer Längsseite offene Tüte zu stecken, die dafür groß genug sein muß. Das Abkleben der verbleibenden Längsseite ist mit folgender Methode leicht durchführbar: Eine Person hält eine Holzleiste etwa 100 x 10 cm, darauf kommt die untere Folienkante, darüber etwas versetzt, die obere Folienkante und darauf kommt das Klebeband. Wenn die Folienkanten von einer Person straff gespannt werden, geht das Zukleben in Minuten und birgt keine Gefahren der Undichtigkeit. Wenn die Tüte geschlossen ist und die Entlüftungsröhrchen und der Saugschlauch eingebaut sind, kann die Pumpe gestartet werden. Falls sich größere Falten bilden, sofort stoppen, warten, bis die Luft nachgeströmt ist, und die Falten vorsichtig herausziehen, ohne das Laminat zu bewegen. Dann Pumpe wieder starten.Längere Zeit beansprucht das Abdichten der Vakuumtüte. Jede Falte und vor allem die Durchführungen ziehen Luft und müssen, so gut es geht, abgedichtet werden. Falls die Klebungen nicht ausreichen, kann mit Acryldichtmasse (keinesfalls Silicon) nachgedichtet werden. Die 0.85 bar Unterdruck, die bei den Frizzen erreicht wurden, sind ein sehr guter Wert; 0.65 bar sollte schon ausreichen. |
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